Baden

Gebiet:

Südlichstes deutsches Weinanbaugebiet, erstreckt sich über 400 Km vom Bodensee östlich des Rheins entlang nach Norden bis Heidelberg und zum Badischen Frankenland an der Tauber im Nordosten. Baden gehört als einziges deutsches Weinanbaugebiet zur Weinbauzone „B“ der EG. Damit sind die Anforderungen für Badische Weine höher als im Rest der Gebiete (Zone „A“). Fast alle badischen Weingüter haben sich zu Winzergenossenschaften zusammengetan und somit erzeugen nahezu 80 Genossenschaften ca. 80% des badischen Weins. Hinzu kommen 300 Weingüter, die eigenständig hochqualitativen Wein herstellen.

Daten von OpenStreetMap - Veröffentlicht unter CC-BY-SA 2.0

Historisches:

Nach der Eiszeit waren es als erstes die Auenwälder am Oberrhein im Badischen, die wieder von der Wildrebe besiedelt wurden. Bereits im 2. Jh. n. Chr. Breitete sich der Weinbau vom Bodensee her nach Norden aus, um im 16. Jahrhundert seinen Höhepunkt zu erreichen. Wein vom Oberrhein wurde gepriesen als: „… von heller Farbe, kräftig von Geschmack, sehr gesund und von solcher Natur, daß man zweimal soviel als von anderen Weinen trinken kann, ohne Kopf oder Magen zu schaden.“ Demzufolge lag der Verbrauch pro Kopf wohl bei ca. 140 Litern pro Jahr. Badische Weine waren (und sind) sehr begehrt, und wurden schon früh zu Schiff rheinabwärts nach Köln, in die Niederlande, und nach England exportiert. In Baden wurde der Genossenschaftsgedanke schon sehr früh realisiert. In Breisach steht deshalb auch die größte Winzergenossenschaft Europas, der „Badische Winzerkeller“ mit 160 Millionen Litern Lagerkapazität.

Boden:

Im Bereich des Bodensees, vorwiegend Moränenschotter, im Markgräflerland, Breisgau, Ortenau, Tuniberg, und Kraichgau tiefgründige Lößlehmböden. Im Zentrum der Kaiserstuhlgebietes finden wir auch Basaltische Tuffe vulkanischen Ursprungs. Das Taubertal weist vorwiegend Muschelkalkgestein auf.

Klima:

Bedingt durch die große geographische Ausdehnung sehr vielfältig. Am Bodensee, und im Rheingraben gemäßigt-warmes Klima mit schwächeren Temperaturschwankungen, da das Wasser viel Wärme speichert, und so Extremtemperaturen ausgleicht. Im Norden und insbesondere im Taubertal nimmt die Gefährdung durch Spät-und Frühfröste stark zu.

Sortenspektrum:

Auf rund 15000 Hektar werden in Baden folgende Rebsorten angebaut:

Blauer Spätburgunder 37%
Müller-Thurgau 17%
Grauer Burgunder (Ruländer) 10%
Riesling 7%
Weißer Burgunder 7%
Gutedel 7%
Regent 2%
Schwarzriesling 2%
Silvaner 1%
Chardonnay 1%
Weitere 9%
Weincharakter:

Aufgrund der großen Ausdehnung gibt es in Baden keinen einheitlichen Gebietstyp. Die Weißweine vom Bodensee und aus Südbaden sind meist leicht und feinfruchtig. Die Spätburgunder vom Kaiserstuhl sind gehaltvolle, feurige Vertreter Ihrer Art. Die Müller-Thurgau Weine aus dem Badischen Frankenland sind würzig und aromatisch.

Bereiche:

Baden gliedert sich in 9 Bereiche:

  • Bodensee: Kleinster badischer Bereich mit 350 Hektar Rebfläche. Klima durch die große Wasserfläche sehr ausgeglichen. Es wird insbesondere Spätburgunder angebaut, der bereits 884 durch Kaiser Karl III. dort eingeführt wurde. Der Späturgunder wird vorwiegend zu Weißherbst verarbeitet. Durch die hohe Nachfrage sind Seeweine relativ teuer. Besonders beliebte Weißweine aus der Bodenseeregion sind der Müller-Thurgau, sowie der Graue und Weiße Burgunder.
  • Markgräflerland: Vom Rheinknie bei Basel bis Freiburg. Hier finden sich vorwiegend Kalksandböden, und Kalkmergelböden. Seit über 200 Jahren wird hauptsächlich Gutedel angebaut, der nur im Markgräflerland gedeiht und leichte feinduftende Weine liefert. Vor allem durch die warmen und feuchten Winde herrscht in dieser Region eine angenehme Milde.
  • Kaiserstuhl und Tuniberg: Größter Bereich Badens mit ca. 5000 Hektar. Im Westteil findet sich viel Lavagestein, aus dem Vulkan, der im Erdzeitalter Tertiär in der Oberrheinebene ausbrach. Im Windschatten des Vulkankegels hat sich im Laufe der Jahrmillionen eine dicke Schicht fruchtbarer Erde angesammelt die mit dem Wind transportiert wurde, sogenannter Löß. Hier wurden in den 70er Jahren große Terrassen angelegt um den Weinbau zu erleichtern. Besonders der Kaiserstuhl gilt als Gebiet mit den meisten Sonnenstunden, sowie dem wärmsten Klima aller deutschen Weinbaugebiete. Berühmt sind die feurigen Spätburgunder und Ruländerweine die hier wachsen.
  • Breisgau: Zwischen Dreisam- und Kinzigtal, im Süden bis nach Freiburg. Etwa 1900 Hektar Anbaufläche. Auch hier gibt es Lößböden, aber auch Jura-Buntsandstein und Gneis. An den steilen Lagen, die teilweise bis ca. 500m über dem Meeresspiegel liegen, werden überwiegend Ruländer und Blauer Spätburgunder angebaut. Typische Spezialität: „Badisch Rotgold“ Eine Traubenmischung aus Ruländer und mit mindestens 51% und Blauem Spätburgunder. Geht auf die alte Badische Weinart „Glottertäler“ zurück.
  • Ortenau: Liegt am Anstieg des Schwarzwaldes zwischen Offenburg und Baden-Baden. Die Böden sind karg und bilden sich aus Granit oder Gneisgestein. Steile Lagen die viele Sonnenstrahlen einfangen. Hier gedeiht der Riesling zu frischen spritzigen Weinen. Im lokalen Dialekt wird er „Klingelberger“ genannt. Außerdem Ruländer und Traminer, letzterer wird hier „Clevner“ genannt, nicht zu verwechseln mit dem Clevner aus Heilbronn in Württemberg, dieser bezeichnet eine Mutation des Frühburgunders.In den vier Weinorten Neuweier, Umweg, Varnhalt und Steinbach darf der Wein auch in Bocksbeutelflaschen abgefüllt werden.
  • Kraichgau: Das zwischen Odenwald und Schwarzwald gelegenes flache Hügelland, wird auch das “sanfte Weinland der tausend Hügel” genannt. Im Kraichgau gibt es eine beachtliche Sortenvielfalt, wobei insbesondere Müller-Thurgau auf rotem Mergel angebaut wird. Neben diesem kommen aber auch Weißer Burgunder, Spätburgunder, Schwarzriesling, Lemberger und der als Spezialität geltende Auxerrois vor.
  • Badische Bergstraße: Die Badische Bergstraße liegt zwischen Wiesloch und Weinheim, Heidelberg bildet das Zentrum. Die Gegend zeichnet sich durch fruchtbare Löß- und Gesteinsverwitterungsböden aus, die ein günstiges Klima erzeugen. Dies bildet ideale Voraussetzungen für besondere Rebsorten, wie Riesling, Müller-Thurgau, Gauer, Weißer und Spätburgunder.
  • Tauberfranken: Entlang der Tauber von Beckstein bis nach Wertheim. Steile Muschelkalk und Buntsandsteinhänge. Eine Besonderheit sind die „Steinriegel“, um den Erdeanteil zu erhöhen wurden in früheren Jahrhunderten die Steine von den Weinbergen abgelesen, und zu langgezogenen Geröllhalden aufgeschüttet. Es wird hauptsächlich Müller-Thurgau angebaut, der in dem kontinental-angehauchten Klima duftige ausdrucksvolle Weine hervorbringt. Der “Bocksbeutel” ist die für Tauberfranken typische Weinflasche.
Empfehlungen:

Diese Empfehlungen bezeichnen eine Auswahl renommierter Weinerzeuger aus dem jeweiligen Anbaugebiet. Falls Sie eigene Vorschläge oder „Geheimtips“ haben, werden wir diese gerne (nach einer kleinen sensorischen Prüfung) in unsere Liste aufnehmen. Schicken Sie uns eine Nachricht.

  • Weingut Bercher, Mittelstadt 13, 79235 Burkheim, Tel (07662) 212, Fax (07662) 8279
  • Weingut Dr. Heger, Bachenstraße 19, 79241 Ihringen, Tel (07668) 205, Fax (07668) 9300
  • Weingut Salwey, Hauptstraße 2, 79235 Oberrotweil, Tel (07662) 384, Fax (07662) 6340
  • Weingut Graf Wolff-Metternich, Grohl 4, 77770 Durbach, Tel (0781) 42779, Fax (0781) 42553
  • Weingut Huber, Heimbacherweg 19, 79364 Malterdingen, Tel (07644) 1200, Fax (07644) 8222
  • Winzergenossenschaft Königsschaffhausen, Kiechlinsberger Straße 2, 79346 Königsschaffhausen Tel (07642) 1003, Fax (07642) 2535
  • Staatsweingut Meersburg, Seminarstraße 6, 88079 Meersburg, Tel (07532) 356, Fax (07532) 358
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