Franken
Gebiet:
Im Bundesland Bayern liegend, entlang des Mains an Mainviereck und Maindreieck, sowie an der Fränkischen Saale und im Steigerwald.
Historisches:
Die ersten Winzer am Main stammten aus dem Karolingerstamm. Im späten Mittelalter war Franken neben Württemberg das größte deutsche Weinland mit ca. 45000 Hektar Rebfläche. Die damaligen derben Rebsorten und sehr säurebetonten Würz- und Kräuterweine hätten heutigen Qualitätsanforderungen sicher nicht standgehalten. Ein Auszug aus der Zutatenliste: Honig, Safran, Zimt, Muskat, Ingwer, Wermut, Süßholz, Fenchel, Majoran, Rosmarin, Krauseminze, Wacholder, Harz, Salbei,usw.
Diese Beigaben wurden erst 1901 durch das erste deutsche Weingesetz verboten.
Im dreißigjährigen Krieg schrumpfte die Anbaufläche auf ein Fünftel zusammen. Dafür hat sich die Qualität der Gewächse durch Beschränkung auf die wärmsten Lagen entscheidend verbessert.
Boden:
In Franken gibt es viele karge steinhaltige Böden aus Muschelkalk, Gneis, Granit oder Glimmerschiefer. Daneben finden sich aber auch Sande, Lößböden und Keuper. Die leicht erwärmbaren, steinreichen Böden geben dem Wein häufig ein unverwechselbares „Bodengfährtle“ sprich eine vom Boden beeinflußte Geschmackskomponente mit.
Klima:
Von Westen nach Osten zunehmend kontinentaleres Klima, mit strengen Wintern, wenig Niederschlag und heißen Sommern. Die Gefahr von Spätfrösten ist sehr hoch.
Sortenspektrum:
Auf ca. 5800 Hektar gedeihen in Franken die folgenden Rebsorten:
| Müller-Thurgau | 49% |
| Silvaner | 23% |
| Bacchus | 9% |
| Riesling | 3% |
| Scheurebe | 3% |
| Kerner | 2% |
| Sonstige Weiß | 9% |
| Sonstige Rot | 2% |
Weincharakter:
Dem Frankenwein wird nachgesagt, er sein ein „Herrenwein“ analog zur Herrenschokolade deutet dies schon auf ein eher herbes Geschmacksbild hin. Tatsächlich werden in Franken die meisten trockene Weine abgefüllt. Weiterhin sind an dieser Tatsache das eher rauhe Klima und die Bodenstruktur maßgeblich beteiligt . Die Stärke der fränkischen Weine liegt in ihrer Kraft und Würze. Ursprünglich und markant, so wie die Bewohner dieses Fleckens Erde präsentieren sie sich. Eine besondere Käufergruppe ist den fränkischen Winzern indes sicher: Diabetiker können am fränkischen Wein erfahren, das „Fränkisch Trocken“ d.h. unter 4 g/l Zucker, nicht gleichbedeutend mit „Sauer“ sein muß.
Eine Extravaganz der Frankenweine ist ihre Flasche, der „Bocksbeutel“ Der Legende zufolge soll ein Mönch diese Flaschenform erfunden haben, um die Flasche besser in seiner Feldtasche transportieren zu können.
Bereiche:
Es sind drei Bereiche definiert:
- Mainviereck, von Wertheim bis unterhalb Aschaffenburg. In dieser Buntsandstein-Landschaft gedeihen auch kräftige Rotweine aus Blauem Spätburgunder und Blauer Portugieser.
- Maindreieck, von Schweinfurt bis Homburg. Aus den Muschelkalkhängen dieser Gegend stammen berühmte Silvaner und Rieslinge. Zentren des Weinbaus sind Würzburg, Escherndorf, Sommerach, Randersacker und Volkach.
- Steigerwald, von Zeil am Obermain bis zum Aischgrund Mittelfrankens. Dominiert Keuperböden aus Mergel und Gips wachsen hier schöne Riesling und Silvaner Weine, sowie edle Tropfen aus Müller-Thurgau und Scheurebe. Bekannte Weinorte sind Iphofen, Rödelsee und Castell am Schwanberg.
Empfehlungen:
Diese Empfehlungen bezeichnen eine Auswahl renommierter Weinerzeuger aus dem jeweiligen Anbaugebiet. Falls Sie eigene Vorschläge oder „Geheimtips“ haben, werden wir diese gerne (nach einer kleinen sensorischen Prüfung) in unsere Liste aufnehmen. Schicken Sie uns eine Nachricht.
- Weingut Juliusspital, Klinikstraße 5, 97070 Würzburg, Tel (0931) 3930 Fax (0931) 3931414
- Weingut Rudolf Fürst, Hohenlindenweg 46, 63927 Bürgstadt, Tel (09371) 8642 Fax (09371) 69230
- Weingut Schloß Sommerhausen, Ochsenfurter Straße 17, 97286 Sommerhausen, Tel (09333) 260 Fax (09333) 1488
- Weingut Schmitt’s Kinder, Am Sonnenstuhl, 97236 Randersacker, Tel (0931) 708303 Fax (0931)700531














