Rheingau

Gebiet:

Entlang des Rheins an der Ost- bzw. Nordseite zwischen der Mündung der Wisper bei Lorch und der Mündung des Mains etwa auf der Höhe von Mainz. Ein schmaler Streifen an den Rheinwärts abfallenden Hanglagen. Kleine Ausläufer bei Hochheim und Flörsheim entlang des Mains.

Historisches:

Im Rheingau wurde 1775 im Kloster Johannisberg die Spätlese erfunden. Der Legende nach wurde ein Bote, der die Leseerlaubnis vom Bischof in Fulda einholen sollte aufgehalten, und dadurch die Lese verzögert. Als der Bote mit zwei Wochen Verspätung eintraf glaubte man die Ernte verloren, da die Trauben schon ganz faul waren. Man brachte sie trotzdem in die Kelter um vielleicht ein bißchen Hauswein daraus zu pressen. Als man aber nach der Gärung den Wein verkostete war man sehr erstaunt, denn es war ein köstlicher voller Wein daraus geworden. Daraus schloß man messerscharf das die Fäulnis die Qualität des Weines gesteigert hatte – Die Spätlese und damit die Edelfäule war geboren. Aus diesen Anfängen wurde 1787 die Auslese entwickelt, bei der durch selektieren (heraus lesen) einzelner eingetrockneter Trauben die Weinqualität nochmals gesteigert werden konnte.

Boden:

Im relativ kleinen Rheingau kommen unterschiedlichste Bodenformationen vor. So steht um Hochheim Lehme und Sande an, zwischen Winkel und Eltville finden sich Schotter, Lehme, Tone und Lößböden. Im Unteren Rheingau zwischen Lorch und Rüdesheim finden sich vor allem Tonschieferböden.

Klima:

Sehr warm und trocken, da durch den Taunus vor kalten Winden aus Norden und Osten geschützt. Die Weinberge sind optimal nach Süden ausgerichtet um die ganze Kraft der Sonne aufnehmen zu können. Dies wußte schon Karl der Große, der von seiner am linken Rheinufer liegenden Kaiserpfalz Ingelheim aus beobachtete, das an den Hängen des Rheingaus der Schnee zuerst schmolz, und damit die besondere Eignung dieser Lagen für den Weinbau erkannte. Außerdem verbessert auch hier das Reflektierte Sonnenlicht von der Wasseroberfläche des Rheins das Klima. Im Herbst bilden sich häufig Nebel, die zu einer starken Ausbildung der Edelfäule (Botrytis Cinerea) beitragen, und somit das Ernten von Beeren- und Trockenbeerenauslesen in guten Jahren begünstigt.

Sortenspektrum:

Auf den etwa 3000 Hektar des Rheingaus werden folgende Rebsorten angebaut:

Riesling 79%
Müller-Thurgau 7%
Silvaner 4%
Blauem Spätburgunder 5%
Sonstige 5%
Weincharakter:

Rheingauer Weine haben Weltruf! Rieslinge sind trocken oder halbtrocken, rassig und elegant. Die Rieslinge aus Hochheim haben ihnen im englischen Sprachraum den Spitznamen „Hock“ eingebracht. Um Aßmannshausen gedeihen auch kräftige Spätburgunder die einen Vergleich mit Internationalen Rotweinen nicht zu scheuen brauchen.

Bereiche:

Der Rheingau besteht aus nur einem Bereich: Johannisberg

Empfehlungen:

Diese Empfehlungen bezeichnen eine Auswahl renommierter Weinerzeuger aus dem jeweiligen Anbaugebiet. Falls Sie eigene Vorschläge oder „Geheimtips“ haben, werden wir diese gerne (nach einer kleinen sensorischen Prüfung) in unsere Liste aufnehmen. Schicken Sie uns eine Nachricht.

  • Weingut Franz Künstler, Freiherr vom Stein Ring 3, 65239 Hochheim, Tel (06146) 5666 Fax (06146) 5767
  • Weingut Freiherr Langwerth von Simmern, Kirchgasse, 65343 Eltville, Tel (06123) 3007 Fax (06123) 3009
  • Weingut Gutsverwaltung Geheimrat Wegeler Erben, Friedensplatz 9-11, 65367 Oestrich-Winkel, Tel (06723) 7031 Fax (06723) 1353
  • Weingut Johannishof – H. H. Eser, Im Grund 63 , 65366 Johannisberg, Tel (06722) 8216 Fax (06722) 6387
  • Weingut Administration Prinz Friedrich von Preußen Schloß Reinhartshausen, 65337 Eltville-Erbach, Tel (06123) 676333 Fax (06123) 4222
  • Weingut Robert Weil, Mühlberg 5, 65399 Kiedrich Tel (06123) 2308 Fax (06123) 1546
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