Württemberg
Gebiet:
Schwäbisches Musterländle entlang des Neckars und seiner Nebenflüsse Kocher, Jagst, Rems, Murr, Enz, Bottwar, Zaber, Sulm sowie an der Tauber um Markelsheim und Weikersheim. Wein-Hochburgen sind Heilbronn und Stuttgart. Eine eigene kleine Weinwelt innerhalb des Reigens Deutscher Anbaugebiete mit unterschiedlichsten Boden- und Klimaverhältnissen. Es werden etwa zur Hälfte der Fläche Rotweinsorten angebaut, was Württemberg zum größten Rotweinanbaugebiet Deutschlands macht.
Historisches:
Neueste Ausgrabungen deuten darauf hin, daß schon 3500 v. Chr. im Raum Württemberg von den Kelten Trauben gekeltert wurden. Sicher ist, daß zur Zeit des römischen Limes eine hochstehende Weinkultur geherrscht hat. Urkundlich ist der Weinbau in Württemberg seit dem 8. Jh.
Im 16. Jh. war der Weinbau mit ca. 45000 Hektar am weitesten verbreitet. Durch den 30-jährigen Krieg sowie durch Einführung von Rebkrankheiten aus Amerika wurde der Weinbau in Württemberg stark reduziert. Gegen Mitte des 18. Jh. wurden die ersten Weingärtnergenossenschaften gegründet. Dadurch bedingt haben Genossenschaften auch heute noch einen sehr hohen Anteil an der ausgebauten Weinmenge.
Boden:
Keuper und Mergel, Muschelkalk, Jura und Löß. Die jeweilige Bodenart hat einen ausgeprägtem Einfluß auf den Geschmack des Weines – sogenanntes „Bodeng’fährtle“ . Württembergische Weine sind bedingt durch schwerere, kalkhaltige Böden meist würziger und, weil’s so naheliegt möchte man’s fast nicht benutzen: „erdiger“ als Weine aus anderen Anbaugebieten.
Klima:
Sehr günstiges mildes Klima mit genügend Niederschlägen. Insbesondere im Neckartal mit „Kesseltälern“ wie Heilbronn oder Stuttgart sehr warme Sommertemperaturen. Mittlere Spätfrostgefahr, aber es werden relativ empfindliche Rebsorten wie der Trollinger angebaut, dadurch starke Beeinträchtigung des Ertrages bei Spätfrost. Dem wurde schon früh versucht entgegenzuwirken. Zunächst wurden in den Weinbergen in regelmäßigen Abständen Ölöfen aufgestellt, die einen Frostschaden auch wirkungsvoll verhindern – aber aus Umweltschutzgründen nicht mehr betrieben werden dürfen. Des weiteren wurde durch Beregnung, Gasheizung, Bewindungsanlagen etc. versucht den Frost zu stoppen – mit unterschiedlichem Erfolg. Derartige Anlagen finden sich nur noch in den wertvollsten Lagen.
Sortenspektrum:
In Württemberg gedeihen auf 11000 Hektar folgende Rebsorten:
| Trollinger | 23% |
| Schwarzriesling | 15% |
| Lemberger | 7% |
| Blauer Portugieser | 2% |
| Blauem Spätburgunder | 3% |
| Sonstige Rot | 4% |
| Riesling | 25% |
| Müller-Thurgau | 8% |
| Kerner | 8% |
| Silvaner | 3% |
| Sonstige Weiß | 2% |
Weincharakter:
Die Württembergische Weinwelt ist insbesondere durch einige Rotweinspezialitäten geprägt. Insbesondere durch den Trollinger der fruchtige, saftige, hellrote Weine hervorbringt die sowohl zum Vesper als auch zu allen Arten Italienischer Pasta hervorragend munden. Der Schwarzriesling ist mild und würzig. Dazu kommt noch der kräftige, purpurrote Lemberger und die diversen eleganten Spielarten des Spätburgunders wie Clevner und Samtrot, die vor allem im Heilbronner Raum Verbreitung finden. Da Württemberg das sortenreichste Anbaugebiet Deutschlands ist finden sich jede Menge lokaler Spezialitäten. Darüber hinaus gibt es natürlich auch Weißweine mit Top-Niveau, so z.B. der Riesling der hierzulande kräftig und stahlig gerät. Würzige Kerner und Müller-Thurgau runden das Bild ab.
Bereiche:
Württemberg gliedert sich in die Bereiche:
- Oberes Neckartal, um Reutlingen, Metzingen und Neuffen gedeihen auf Juragestein vorwiegend milde Silvanerweine.
- Remstal-Stuttgart, auf steilen Muschelkalkhängen um Stetten, Beutelsbach und Schnaidt gedeihen Trollinger , Silvaner und Riesling. Um Stuttgart auch Keuperböden mit herzhaften Trollingerweinen.
- Württembergisches Unterland, Neckarabwärts ab Ludwigsburg über Heilbronn bis Gundelsheim. Zentrum des Trollingeranbaus ist Heilbronn. In Lauffen wird großflächig Schwarzriesling angebaut. Das Enztal um Vaihingen und Bietigheim bietet neben Traollinger und Lemberger auch herzhafte Rieslingweine. Das Bottwartal ab Abstatt über Kleinbottwar bis Murr erfreut sich besonderer klimatischer Gunst, so das hier exzellente Qualitäten heranwachsen. Das Weinsberger Tal zwischen Löwenstein und Neckarsulm ist auch durch die in Weinsberg ansässige Weinbauschule bekannt. Das Zabergäu zwischen Stromberg und Heuchelberg ist Zentrum des Lemberger-Anbaus.
- Kocher-Jagst-Tauber. In diesen tief in den Muschelkalk eingeschnittenen Flußtälern geraten auf den steilen Terrassenweinbergen Silvaner und Müller-Thurgau von zarter Frische. Weinberge gibt es insbesondere um Ingelfingen, Criesbach, Niedernhall, Markelsheim und Weikersheim.
Empfehlungen:
Diese Empfehlungen bezeichnen eine Auswahl renommierter Weinerzeuger aus dem jeweiligen Anbaugebiet. Falls Sie eigene Vorschläge oder „Geheimtips“ haben, werden wir diese gerne (nach einer kleinen sensorischen Prüfung) in unsere Liste aufnehmen. Schicken Sie uns eine Nachricht.
- Weingut Graf Adelmann, Burg Schaubeck,71711 Steinheim, Tel (07148) 6665 Fax (07148) 8036
- Genossenschaftskellerei Heilbronn-Erlenbach-Weinsberg, Binswanger Straße, 74076 Heilbronn, Tel (07131) 15790 Fax (07131) 157939
- Weingärtnergenossenschaft Grantschen, Winzerstraße 9, 74189 Weinsberg, Tel (07134) 98020 Fax (07134) 980222
- Staatsweingut Weinsberg, Taubenplatz 5, 74189 Weinsberg, Tel (07134) 50467 Fax (07134) 50468
- Weingut Drautz-Able, Faißtstraße 23, 74076 Heilbronn, Tel (07131) 177908 Fax (07131) 941239
- Weingut Gerhard Aldinger, Schmerstraße 25, 70734 Fellbach Württ., Tel (0711) 581417 Fax (0711) 581488
- Gräflich Bentzel Sturmfeder Horneck’sches Weingut, Sturmfederstraße 4, 74360 Ilsfeld-Schozach, Tel (07133) 960894 Fax (07133) 960895














