Rotweinsorten
- Trollinger
- Muskattrollinger
- Schwarzriesling (Müllerrebe, Pinot Meunier)
- Lemberger (Blaufränkisch)
- Dornfelder
- Samtrot
- Clevner
- Spätburgunder (Pinot Noir)
- Cabernet Sauvignon
Trollinger (Fleischtraube, Bocksauge, Frankentaler, Hammelshoden)

Typischste der typischen Rebsorten in Württemberg. Weitere Synonyme sind in Südtirol: Großer Vernatsch, Meraner Kurtraube; Im übrigen Italien: Schiavone. Für Österreich auch geläufig: Großer Burgunder; in Frankreich: Raisin bleu de Frankental, Frankental noir; oder in England: Black Hamburg
Verbreitung: Deutschland (2.250 ha), vor allem in Württemberg, Südtirol (3.400 ha) [als Tafeltraube in Belgien, Niederlande, England].
Herkunft: Als Urheimat wird Südtirol oder das Trentino angenommen, dort wird der Trollinger Großer Vernasch genannt. Schon früh brachten die Römer die Sorte an den Rhein. Der heutige Name stammt wahrscheinlich von Tirolinger ab –> Trollinger, da die Rebe nach Württemberg im 17. Jahrhundert importiert wurde.
Sortenmerkmale: Triebspitzen: offen, hellgrün, gelgentlich kupferbronziert, mittelwollig bis flaumig behaart. Blatt: groß, grün, baslig, drei- bis fünflappig, unterschiedlich stark gebuchtet, Blattrand unregelmäßig gezahnt, Stielbucht v-förmig bis geschlossen. Trieb: sehr weitknotig, starke Geiztreibbildung. Holz: dick, gelbbraun, dunkle Punkte und Streifen. Traube: groß bis riesig, meist geschultert, pyramidenförmig, lockerbeerig. Auch als Tafeltraube sehr beliebt, welche u.a. in Gewächshäusern in Belgien, Holland und England unter dem Namen “Black Hamburg” angebaut wird. Beere: groß, rund, rotblau, dickhäutig, starker Duft. Austrieb: mittel bis spät. Blütezeitpunkt: spät bis sehr spät, Blühfestigkeit hoch bis sehr hoch. Reife: sehr spät. Wuchs: stark mit starker Geiztriebbildung. Ertrag: hoch. Holzreife: gut
Sorteneigenschaften: Ansprüche an Lagen und Böden: durch die späte Reife verlangt er eine frostfreie, gute Lage, höhere Ansprüche wie der Spätburgunder. Warme, nicht zu dichte Böden (z.B. Muschelkalk, Gipskeuper), auch stark kalkhaltige. Frosthärte: Winterfrostempfindlich. Krankheitsanfälligkeit: deutlich gegen Oidium empfindlich, weniger gegen Peronospora und Botrytis, mittel bis starke Tendenz zur Stiellähme.
Wein: Mostgewicht: im langjährigen Mittel bei 70°Oe, Hervorragende Trollinger bei 80-85°Oe. Säure: 7-10g/l. Beschreibung der Weine: Frisch fruchtige Weine mit kernig, lebhafter Art. Die hellrote Farbe des Weins wird meist nicht als Nachteil angesehen, er ist Brot-und-Butter-Wein. Vorteile: Idealer Begleiter zum Vesper, kräftiger Wuchs, hoher Ertrag, Chlorosefest. Nachteile: Späte Reife, geringe Winterfrostfestigkeit.
Muskattrollinger
Abstammung: Im Jahre 1836 erstmals erwähnt. Wurde damals im “Gemischten Satz” mit anderen Rebsorten angebaut. Stammt vermutlich vom Muskateller ab.
Rebe: Hellgrünes Laub, Blätter haben einen stark gezackten Rand. Reift sehr spät, große Trauben mit länglich-ovalen Beeren.
Weincharakter: Fruchtiger, hellroter Wein mit ausgeprägtem Muskataroma. Seltene Spezialität, eignet sich zu Vorspeisen und zu Desserts.
Schwarzriesling (Müllerrebe, Pinot Meunier)
Verbreitung: Deutschland (2.152 ha), Württemberg (1.753 ha), Baden (170 ha), Pfalz (109 ha), Franken (66 ha), Frankreich (10.000 ha), vor allem in der Champagne.
Herkunft: Die Urheimat ist sicher im Burgund zu suchen, dort wurde er Ende des 16. Jahrhunderts als stark behaarte Mutation des Spätburgunders ausgelesen, wurde aber nicht im Sortenverzeichnisses Burgunds erwähnt. Seinen Platz in Deutschland verdankt er der Auslesezuchten von Schneider und Herold.
Sortenmerkmale: Triebspitzen: offen, auffallend dichtfilsig, weißwollig (wie mit Mehl bestäubt –> Müllerrebe). Blatt: mittelgroß, sehr rauh bis baslig, fünflappig, mittelstark, Unterseite dichtwollig, behaart, Blattrand gesägt, Stielbucht v-förmig bis geschlossen. Trieb: engknotig, mittelstarke Geiztreibbildung. Holz: graubraun. Traube: mittelgroß, dichtbeerig. Beere: klein- bis mittelgroß, rund bis oval, schwarzblau. Austrieb: mittel bis spät. Blütezeitpunkt: spät, Blühfestigkeit hoch. Reife: mittelspät. Wuchs: kräftig. Ertrag: mittel. Holzreife: gut.
Sorteneigenschaften: Ansprüche an Lagen und Böden: mittlere Ansprüche, geringer als die des Spätburgunders. An den Boden hat er nur wenig Ansprüche. Frosthärte: ausreichende Winterfrosthärte. Krankheitsanfälligkeit: gering, Trauben faulen leicht.
Wein: Mostgewicht: im langjährigen Mittel bei 70-80°Oe, Hervorragende Weine mit 90°Oe. Säure: 5-8g/l. Beschreibung der Weine: fruchtige Weine mit samtiger Art. In der Regel mit wenig Säure. Vorteile: geringe Krankheitsempfindlichkeit und Lagenansprüche. Nachteile: Spätburgunderqualität wird nicht erreicht.
Lemberger (Blaufränkisch, Limberger, Kékfrankos)
Verbreitung: Deutschland (961 ha), hauptsächlich Württemberg, Österreich (3050 ha), Tschechien (1450 ha), Italien (200 ha), Ungarn, Kroatien.
Herkunft: Nachweislich würde der Lemberger in Österreich erstmals im 18. Jahrhundert erwähnt, dass der Weinhändler Robert Schlumberger die Reben in Umlauf gebracht hat. Man glaubt dass Karl der Große für die Züchtung verantwortlich ist. Die Namensgebung ist nicht einwandfrei geklärt.
Sortenmerkmale: Triebspitzen: offen, hellgrün, glänzend, etwas bronziert, mittel bis schwach behaart. Blatt: hell- bis dunkelgrün, mittelgroß, breit, dreilappig mit schwachen Buchten, glatt, scharf gezahnt sehr, Stielbucht v-förmig bis geschlossen, überlappend. Trieb: weitknotig. Holz: gelbbraun, fein gestreift, an den Knoten rötlich. Traube: mittelgroß, locker- bis dichtbeerig, geschultert. Beere: mittelgroß, rund, schwarzblau, dicke Haut. Austrieb: mittelspät. Blütezeitpunkt: spät, Blühfestigkeit hoch. Reife: mittelspät. Wuchs: kräftig, aufrecht, mittlere Geiztriebbildung. Ertrag: mittel bis hoch. Holzreife: mittel bis gut.
Sorteneigenschaften: Ansprüche an Lagen und Böden: hohe Ansprüche, vergleichbar mit denen des Spätburgunders. An den Boden hat er nur mittlere Ansprüche, ideal für ihn sind tiefgründige, fruchtbare Lößlehmböden, die sandig sein können. Frosthärte: ausreichende Winterfrosthärte, hohe Maifrostempfindlichkeit. Krankheitsanfälligkeit: gering, Stiellähme tritt oft auf.
Wein: Mostgewicht: im langjährigen Mittel bei 70-80°Oe, Hervorragende Weine mit 90°Oe. Säure: 8-10 g/l. Beschreibung der Weine: rassige Weine mit dezentem Gerbstoff, die in der Flasche zu nachhaltigen, kräftigen Weinen heranreifen. Vorteile: Ideale Rotweinsorte, lange Haltbarkeit, nicht zu alkoholreich, robust. Nachteile: späte Reife, Neigung zur Verrieselung.
Dornfelder
Abstammung: Züchtung der Weinbauschule zu Weinsberg aus den 60er Jahren. Kreuzung zwischen Helfensteiner und Heroldrebe.
Rebe: Sehr kräftiger Wuchs. Große, tief dunkelgrüne Blätter, die im Herbst sehr schöne Farbtöne annehmen. Trauben sind groß und lockerbeerig, reifen sehr früh.
Weincharakter: Tiefviolette, dichte Farbe. Edler Rotwein mit viel Körper und Duft. Hervorragend für den Ausbau im kleinen Holzfass (Barrique) geeignet.
Samtrot
Abstammung: Eine natürliche Mutation des Schwarzrieslings. Von Schneider (Heilbronn) entdeckt. Von Herold in der Weinbauschule zu Weinsberg weitergezüchtet.
Rebe: Blätter haben die für Burgunderarten typische rauhe Oberfläche. Kleine, kompakte Trauben. Relativ niedriger Ertrag, dafür bessere Qualität.
Weincharakter: Rubinrote bis dunkelrote Farbe. Im Geschmack, weil´s so naheliegt, möchte man das fast nicht verwenden: “samtig” – warm und vollmundig. Wird gerne nach Tisch in gemütlicher Runde getrunken.
Clevner
Abstammung: Eine Mutation des Spätburgunders, wird nur in Heilbronn und Umgebung angebaut.
Rebe: Sehr aufrechter Wuchs, kleine, sehr kompakte Trauben. Manchmal drücken die Beeren so eng aneinander, daß sie aufplatzen.
Weincharakter: Mystisches Rubinrot, ein eleganter, harmonischer Wein. Paßt hervorragend zu gebratenem Fleisch oder kurzgeräuchertem und gebratenem Fisch.
Spätburgunder (Pinot Noir, Pino nero , Blauburgunder, Malterdinger)
Ausgangsprodukt für die besten Rotweine der Welt
Verbreitung: Deutschland (7.424 ha), Baden (4.453 ha), Pfalz (816 ha), Rheinhessen (643 ha), Württemberg (466 ha), Rheingau (299 ha), Ahr (277 ha), Franken (166 ha), Nahe (133 ha), Mosel (neu: 141 ha), Frankreich (22.000 ha), Schweiz (4.500 ha), Norditalien (3.500 ha), Übersee.
Herkunft: Die Urheimat ist sicher im Burgund zu suchen, dort wurde Sie im 4. Jahrhundert erstmalig erwähnt, etwa 881 wurde er von den Nachfolgern Karl des Großen nach Bodmann am den Bodensee gebracht. Erste Erwähnungen in Deutschland 1318 Koster Salem, 1330 Affental.
Sortenmerkmale: Triebspitzen: offen, weißlich hellgrün, stark behaart. Blatt: mittel, dunkelgrün, baslig, rundlich bis schwach dreilappig, andeutungsweise fünflappig, unterschiedlich starke Seitenbuchten, Blattrand stumpf gezahnt, Stielbucht v-förmig. Trieb: engknotig, mittelstarke Geiztreibbildung. Holz: graubraun, dunkle Punkte und Streifen, wenig ausgeprägte Knoten. Traube: mittelgroß, selten geschultert, walzenförmig, dichtbeerig. Beere: mittelgroß, rund bis oval, dunkelblau bis violettblau, dünnhäutig, starker Duft. Austrieb: mittel bis spät. Blütezeitpunkt: spät, Blühfestigkeit hoch. Reife: mittelfrüh bis spät. Wuchs: mittelstark mit mittelstarker Geiztriebbildung. Ertrag: mittel. Holzreife: gut.
Sorteneigenschaften: Ansprüche an Lagen und Böden: hohe Ansprüche, nicht so hoch wie der Riesling. In schlechten Lagen bleibt die Säure unharmonisch. Warme, fruchtbare, lockere Böden, nicht zu trocken. Frosthärte: ausreichende Winterfrosthärte, empfindlich gegen Maifröste. Krankheitsanfälligkeit: nicht im Übermaß, Beerenfäule ist zu verhindern, da die Farbausbeute abnimmt.
Wein: Mostgewicht: im langjährigen Mittel bei 80°Oe, Hervorragende Weine mit 90-100°Oe. Säure: 6-8g/l. Beschreibung der Weine: körperreiche, alkoholreiche Weine mit vollmundig, samtiger Art. Die brillante hellrote Farbe des Weins bei perfekter Verarbeitung. Aus dieser Rebe entstehen weltweit die besten Rotweine. Vorteile: gute Fruchtbarkeit, geringe Krankheitsempfindlichkeit, hervorragende Rotweinsorte. Nachteile: Hohe Lagenansprüche.
Cabernet Sauvignon
Eine der besten Rotweinsorten der Welt
Verbreitung: Frankreich (ca. 36.500 ha), hauptsächlich Bordelais, Bulgarien (18.000 ha), Süd- und Nordamerika, Südafrika, Neuseeland, Italien, Rumänien.
Herkunft: Es ist nichts genaues nachweisbar. Es ist aber wahrscheinlich, dass er so alt ist wie der Weinbau in Bordeaux. Im Mittelalter gehörte der Cabernet Sauvignon zu Bordeaux-Weinen wie das Salz in der Suppe.
Sortenmerkmale: Triebspitzen: offen, stark wollig, rötlich. Blatt: tiefgrün, mittelgroß, fünflappig mit tiefen Buchten, blassig, Stielbucht v-förmig geschlossen, überlappend, große Zähne. Trieb: weitknotig. Holz: haselnussbraun, kräftig. Traube: mittelgroß, dichtbeerig, oft geschultert. Beere: klein, rund, dicke Haut. Austrieb: spät. Blütezeitpunkt: spät, Blühfestigkeit hoch. Reife: mittelspät. Wuchs: kräftig, aufrecht. Ertrag: mittel. Holzreife: mittel.
Sorteneigenschaften: Ansprüche an Lagen und Böden: Warme, gute Lagen und fruchbare, Lehmböden sind Voraussetzung für die nötige Qualität Frosthärte: gegen Spät- und Winterfröste empfindlich. Krankheitsanfälligkeit: gering gegen Peronospora und Botrytis, empfindlich gegen Stiellähme, Eutypa, Oidium, Phomopsis.
Wein: Mostgewicht: im langjährigen Mittel bei 100°Oe. Säure: 7-10 g/l. Beschreibung der Weine: Sortenrein werden die Weine als streng bezeichnet, Cuvées mit milden Rotweinsorten, wie Merlot oder Cabernet Franc, sind Voraussetzung für die besten Weine der Welt. Vorteile: hohe Mostgewichtsleistung, lange Haltbarkeit, hoher Gerbstoffgehalt. Nachteile: späte Reife, Neigung zur Verrieselung.














